35 Jahre musikalische Bildung für alle Generationen, hochkarätige Konzerte und partnerschaftliche Kooperationen

Freie Musikschule Rodgau und Stadt Rodgau stellen Kooperationsvereinbarung vor

Wer hätte vor 35 Jahren gedacht, dass die Freie Musikschule Rodgau (FMR) einmal zu einer der größten Bildungseinrichtungen der Stadt Rodgau avanciert. Über 1.100 Schülerinnen und Schüler nehmen wöchentlich an den vielfältigen Angeboten und Kursen teil - vom Elementarbereich über den Instrumentalunterricht bis hin zu zahlreichen Ensemblefächern und Kooperationen mit Kitas, Schulen und musiktreibenden Vereinen. Zusätzlich bereichert die FMR mit jährlich rund 20 Konzerten das kulturelle Leben der Stadt Rodgau. Mit ein wenig Stolz berichtet ihr Vorsitzender und Mitgründer Uli Kratz, dass das Konzept Jahr für Jahr weiter entwickelt wurde und man nach 35 Jahren an einem Punkt angekommen sei, wo man - auch Dank der Unterstützung durch die Stadt Rodgau – eine Art „Rundumversorgung“ in allen Bereichen der musikalischen Ausbildung anbieten könne. Dennoch sieht Kratz neue Herausforderungen auf die FMR zukommen, wie z.B. das stetige Wachstum der Stadt Rodgau und dem damit verbundenen Bedarf an musikalischer Ausbildung im Verhältnis zum Fachkräftemangel bei Musikpädagogen im Rhein-Main-Gebiet. Daher sei es wichtig, gute Rahmenbedingungen und Perspektiven anzubieten, wie sie z.B. in dem Leitbild der Freien Musikschule zusammengefasst sind oder in der aktuellen Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Rodgau dokumentiert werden.

 

Mit der Kooperationsvereinbarung schließen beide Partner gleich mehrere Lücken. Denn was bislang in der Praxis seit Jahren stattfindet und gelebt wird, ist nun zum einen in schriftlicher Form zusammengefasst und dient gleichzeitig als Absichtserklärung im Hinblick auf die enge Zusammenarbeit bei der Bildungsplanung in der Stadt Rodgau. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Stadt und Musikschule lässt sich schon an den zahlreichen Kooperationen mit den städtischen Kitas erkennen. Aktuell bietet die FMR an 13 Kitas Kurse in musikalischer Früherziehung etc. an. Schulleiter Piotr Konczewski freut sich zudem, dass in den vergangenen Jahren der Kulturförderpreis der Stadt Rodgau an zahlreiche junge Künstler ging, die in der FMR ihre musikalische Ausbildung begonnen haben (die Band „Marie Wonder“: 2010, Maria Lies: 2012, Jimi Joel Eyrich: 2014 , Lucas Schrod und Jan Iser : 2016) Auch dies unterstreiche die enge Verzahnung zwischen der Stadt Rodgau und der FMR, die den Auftrag einer musikalischen Breitenarbeit einerseits und der Begabtenförderung andererseits professionell und engagiert wahrnimmt, erklärt Konczewski. Künftig soll auch ein verstärktes Zusammenwirken in der Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. die gegenseitige Verlinkung auf den Webseiten und weiteren Medien die Zusammenarbeit von Stadt und Musikschule verdeutlichen. Darüber hinaus sehen beide Seiten die Weiterentwicklung der kulturellen Bildung in der Stadt Rodgau als gemeinsame wichtige Aufgabe. Hierin werden sie auch vom Deutschen Städte- und Gemeindebundes unterstützt, der in seinen Leitlinien betont, dass Musikschulen „eine wichtige kultur- und bildungspolitische Aufgabe erfüllen. Sie haben, in Kooperation mit den Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen, eine eigenständige pädagogische und kulturelle Aufgabe“ (Deutscher Städtetag, 2010: Die Musikschule. Leitlinien und Hinweise). Insbesondere auf dem Gebiet der Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen und Vereinen sind in den vergangenen 10 Jahren große Erfolge zu verzeichnen, erklären Konczewski und Kratz. Die Zahl der Kooperationspartner sei von 14 (2008) auf 23 (2018) und die Schülerzahlen dieser Angebotsformen von 321 im Jahr 2008 auf 673 im Jahr 2018 gestiegen. Zur Idee einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit gebe es unter den beteiligten Institutionen in Rodgau eine breite Übereinstimmung – ganz im Sinne des Handlungsplans Bildung der Stadt Rodgau.

 

Die kommunale Mitverantwortung an einem anspruchsvollen Musikangebot der FMR beweist die Stadt Rodgau mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe von 100.000 €. Dieser deckt ca. 15% der laufenden Kosten des 680.000 € umfassenden Haushalts und betont gleichzeitig ein deutliches Bekenntnis zur FMR und ihrem musikpädagogischen Aufgabenbereich innerhalb der Kommune. Die größte Einnahmequelle der Musikschule sind die Unterrichtsgebühren (ca. 78% %). Des Weiteren finanziert sich die FMR über Zuschüsse des Kreises Offenbach, des Landes Hessen sowie über Förderprogramme und Mitgliedsbeiträge.

 

Im Jahr 2019 möchte man vor allem nach vorne schauen und sich aktuellen musikschulrelevanten Themen zuwenden, sagt Kratz. Hierzu zählen gleichermaßen der Ausbau von zielgruppenorientierten Unterrichtsangeboten z.B. im Seniorenbereich sowie eine stärkere Vernetzung unter den kulturellen Bildungsakteuren Rodgaus. „Bereits zum 25-jährigen Jubiläum hat die FMR dazu wichtige Weichen gestellt“, erklärt Schulleiter Piotr Konczewski. Von zentraler Bedeutung sei es, Interesse und Neugierde zu wecken und den Austausch über alle wichtigen musikpädagogischen Aktivitäten sowohl nach innen wie nach außen zu fördern. Neben dem Jahresprogramm informiert die neu gestaltete Homepage sowie eine eigene Musikschulzeitung mit dem Titel „Background“ regelmäßig über das Musikschulleben.

 

Besonders freuen sich die Verantwortlichen der FMR darüber, dass sie ihre Aktivitäten im „Haus der Musik“ im Stadtteil Nieder Roden ausbauen können. „Ganz aktuell wurden im Untergeschoss zwei gut isolierte neue Proberäume ausgebaut, die gerade jungen Bands beste Möglichkeiten bieten, auch mal die Verstärker aufdrehen zu können, berichtet Schulleiter Konczewski.

 

Gute Vorzeichen also für das 35-jährige Bestehen der Freien Musikschule Rodgau, das am 14.09.2019 mit einer Operngala und am 19.10.2019 mit einem Salsa-Event konzertant begangen wird.